Hi,
ich weiß gar nicht genau, warum ich das hier schreibe, aber irgendwie muss ich das einfach mal loswerden.
Ich bin oft einsam und habe keine Freunde. Ich hab einfach diese Angst vor sozialen Kontakten, selbst einfache Gespräche oder jemandem in die Augen zu schauen, machen mir manchmal Panik. Unter Menschen, fühle ich mich einfach fehl am Platz aber diese Sehnsucht nach einer Person, bei der ich mich frei fühlen kann und einfach mal ich sein kann ist halt schon recht groß.
Das Problem ist allerdings nicht nur diese Angst vor Menschen, sondern auch einfach die Unsicherheit, wie man sich mit Gleichaltrigen verhält oder worüber man so spricht. Ich hatte einfach schon seit Jahren keinen wirklichen Kontakt mit welchen.
Was mir aber auch zu schaffen macht, sind diese Gedanken, wozu das alles überhaupt? Ich funktioniere nur so vor mich hin, ohne Ziel, ohne Motivation. Es gibt kaum noch etwas, das mich interessiert oder mir Freude bereitet. Alles ist irgendwie grau.
Ich will leben, nicht falsch verstehen. Irgendwo tief in mir ist dieser Wunsch "normal" zu sein. Einfach aufzuwachen und nicht gleich vom Leben überfordert zu sein. Leute kennenzulernen ohne Angst, lachen zu können ohne sich dabei komisch zu fühlen. Einfach normal sein
Andererseits habe ich Angst davor, diese ganzen Probleme loszulassen. Irgendwas hält mich an diesen ganzen Problemen fest, an der Einsamkeit, der Angst, dem Rückzug. Ich meine, wenn ich das alles loslassen würde, was bleibt dann? Wer bin ich dann? Manchmal denk ich, ich bestehe nur noch aus diesen Problemen und ohne sie bin ich nichts...
LG
Hallo Stephan,
Was meine Freundin an mir mochte, kann ich so gar nicht sagen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie nicht wirklich Lust auf mich hatte und sich einfach verpflichtet gefühlt hat, mit mir befreundet zu sein.
Ich hätte einfach gerne Interessen, die mich begeistern und vielleicht auch das sonstige Leben kurz vergessen lässt. Was das für Interessen wären, wäre mir sogar größtenteils egal.
Ich denke, ich würde es daran merken, dass die Beratungen mir helfen, dass ich Menschen nicht mehr als so bedrohlich wahrnehme, nicht so viel darüber nachdenke, was andere von mir denken oder so und generell wieder anfange, was zu fühlen.
Liebe Luili,
ich finde es mutig, was du hier offenbarst! Danke Dir. Beim Lesen habe ich gedacht, dass du vielleicht nicht glauben würdest, aber dass es einigen (ich glaube sogar vielen) Menschen so ähnlich geht und sie viel Angst vor Kontakt und Nähe in sich tragen, sich in Frage stellen und eine grosse Sehnsucht nach Nähe und Kontakt mit Menschen haben. Fühle dich damit nicht alleine und wage manchmal einen Schritt auf jemanden zu. Warte nicht, bis jemand auf dich zugeht. Dadurch machst du solche Erfahrung und wirst erst dann merken, ob du dich bedroht fühlst, dich wohl fühlst oder dich verlierst?
Sich mehr fühlen ist eine wichtige Feststellung. Gibt es Momente, wann du dich mehr spürst? Wann ist es anders? Vielleicht magst du hier nach Ideen suchen und fragen, wann sich andere mehr oder weniger spüren? Für mich ist es die Zeit mit mir alleine, Yoga und Tanzen. Auch etwas Kochen, was ich mag. Auch Reisen nicht vergessen. Und natürlich auch in der Natur sein. Wann spürst du dich? Wann spürst du dich mehr, wann weniger, wann garnicht? Welche sind deine Quellen, um wieder zu dir zu finden?
Viele Grüsse
bke-Kira
Hallo bke-Fritzi,
Tiere mag ich, weil sie mir ein Gefühl von Nähe geben.
Die Idee mit dem Tierheim finde ich eigentlich ganz gut, allerdings habe ich hier in meiner Gegend leider tatsächlich kein Tierheim.
Zum Tennis bin ich ursprünglich mit meiner ehemaligen Therapeutin gekommen.
Viele Grüße
Luilu
Hallo Luilu,
ich bin bke-Fritzi und gehöre zu den lieben Kolleg*innen, die dir bereits geantwortet haben. Ich komme gerade ziemlich frisch aus dem Urlaub und habe mir die vergangenen Kommentare und dein Anliegen durchgelesen.
Dabei ist mir aufgefallen, dass du so ganz interessenlos nicht sein kannst, wenn ich das so sagen darf.
Du machst eine Ausbildung, spielst Tennis und findest Tiere toll.
Auch, wenn du dich vom spielerischen Können nicht mit den anderen im Tennis-Verein vergleichen magst, finde ich erst einmal super, dass du aktiv bist und einem Hobby (?) nachgehst.
Wie kommt es, dass du Tiere magst? Was gefällt dir am meisten daran, Zeit mit Tieren zu verbringen?
Wie bist du ursprünglich zum Tennis gekommen? Gab es etwas, was dich motiviert hat?
Eine spontane Idee von mir: sich ehrenamtlich in einem Tierheim engagieren, mit Hunden spazieren gehen, mit Kaninchen oder Katzen schmusen o.ä.
Es gibt eine uralte Redewendung. Vielleicht kennst du sie: "Probieren geht über studieren."
Für mich heißt das so viel wie, wenn du etwas suchst, was dich begeistert, probiere erst einmal ganz viel verschiedenes aus. Dir kann keiner sagen, was dich begeistern wird. Das kannst du nur selbst herausfinden.
Auf dem Weg dahin ist übrigens auch völlig okay, wenn du etwas finden solltest, was du NICHT magst. Das bringt dich auch vorwärts.
So zur Motivation haue ich noch eine Redewendung raus. Ich bin einfach zu gut erholt :-)))
Frisch gewagt, ist halb gewonnen. Ich schicke dir Mut und freue mich, wieder von dir zu lesen.
Ganz liebe Grüße.
bke-Fritzi
Hallo Stephan,
Was meine Freundin an mir mochte, kann ich so gar nicht sagen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie nicht wirklich Lust auf mich hatte und sich einfach verpflichtet gefühlt hat, mit mir befreundet zu sein.
Ich hätte einfach gerne Interessen, die mich begeistern und vielleicht auch das sonstige Leben kurz vergessen lässt. Was das für Interessen wären, wäre mir sogar größtenteils egal.
Ich denke, ich würde es daran merken, dass die Beratungen mir helfen, dass ich Menschen nicht mehr als so bedrohlich wahrnehme, nicht so viel darüber nachdenke, was andere von mir denken oder so und generell wieder anfange, was zu fühlen.
Viele Grüße
Hallo Luilu08,
ich reihe mich mal in die Fragerunde mit ein. Du merkst, wir wollen Dich kennenlernen und auch gerne unterstützen:
Was hat Deine Freundin früher an Dir gemocht?
Welches Interesse hättest Du denn gerne (solltest Du wirklich keine haben)?
Angenommen, die Beratungen hier, Forum und Chats, würden Dir weiter helfen, woran würdest Du zuerst merken, dass sich etwas geändert hat?
Viele Grüße schickt
bke-Stephan
Hallo Nahla,
danke für deine Nachricht.
Eigentlich geht es mir schon so seitdem ich lebe. Es gab Zeiten in denen es besser war, aber seitdem meine Freundin nichts mehr mit mir zu tun haben will, ist es ganz schlimm, weil sie die einzige war, wo ich diese Angst nicht wirklich hatte.
Ich mache jetzt eine Ausbildung und bin hier auch noch ganz neu. Die Leute hier kenne ich dementsprechend auch nicht wirklich. Ich spiele Tennis aber um ehrlich zu sein, so sehr begeistert es mich auch nicht, vor allem, weil es in meinem Verein welche gibt, die schon richtig gut sind und sich dann auch lustig über mich machen. Wenn ich so darüber nachdenke, hatte ich auch noch nie wirklich irgendwelche Interessen...
Liebe Grüße
Luilu
Hallo Luilu08,
Schön, dass du dich getraut hast, hier zu schreiben das freut mich wirklich für dich, und ich finde es sehr mutig von dir, das du so offen über deine Gefühle sprichst! :-)
Vorab will ich dir sagen: Du musst auf meine Fragen überhaupt nicht eingehen, wenn du nicht möchtest.
Als ich deinen Text gelesen habe, ist mir ein Gedanke gekommen (oder vielleicht eher eine Frage):
Wie lange geht das schon so?
Ist das etwas, was eher neu ist, oder begleitet dich dieses Gefühl schon länger?
Und, wenn du darüber sprechen möchtest: Ist dir vielleicht etwas passiert?..gerade in Bezug auf soziale Kontakte was das ausgelöst haben könnte?
Ich finde, hier zeigst du schon ein Stück von dir selbst, und das ist ein großer Schritt. Und klar, ich finde es verständlich, dass du jemanden haben möchtest, bei dem du einfach nur du selbst sein kannst.
Gehst du noch zur Schule? Wenn ja, gibt es jemanden, den du sympathisch findest? Du könntest mal versuchen, nach Hausaufgaben zu fragen erstmal kleine Schritte machen, um mit Menschen in deinem Umfeld in Kontakt zu kommen. Es muss nicht alles gleich auf einmal sein, sondern auch kleine Schritte können dich ein Stück weiterbringen.
Wenn du arbeitest und nicht zur Schule gehst, kannst du es auch so ähnlich versuchen.
Weil du schreibst, dass dich kaum noch was interessiert oder Freude bereitet das tut mir echt leid. Welche Sachen haben dir früher mal Spaß gemacht oder dich interessiert?
Hast du schon mal versucht, irgendwas Neues auszuprobieren, vielleicht ein Hobby oder so? Manchmal findet man dadurch Sachen, die ein bisschen Farbe ins Grau bringen.
Ich verstehe, dass du nicht einfach loslassen kannst. Auch wenn es dich belastet, ist es ja etwas, woran du dich gewöhnt hast, und vielleicht gibt es dir sogar irgendwie Halt.
Aber überleg mal: Willst du so mit diesen Baustellen weiterleben? Oder willst du vielleicht Schritt für Schritt versuchen, sie fertigzubauen auch wenn das schwer ist und Zeit braucht?
Und nur weil du die Probleme loslässt, heißt das nicht, dass dann nichts von dir übrig bleibt. Vielleicht entsteht dann erst Platz für Sachen, die dir wirklich guttun.
Jeder noch so kleiner Schritt ist ein noch so großer Schritt.
Das schreiben hier ist schon ein großer schritt bei dem du wirklich stolz auf dich sein kannst. (:
Liebe Grüße
Nahla
na dann sag mal hallo, Belle. Du darfst zu Luilu :)
Und während du Belle noch ein wenig streichelst kannst du ja mal überlegen, wie es dir gelungen ist, hier mir mit zu schreiben :) denn das ist auch soziale Interaktion, die du toll gemeistert hast ;)
Gute Nacht und bis bald :)
bke-betty
Tiere mag ich. Leider habe ich selbst keine. Ich glaube sie würden mir etwas von meiner Einsamkeit wegnehmen. Ich denke, ich würde Belle gerne kennenlernen:)
Ein hoffnungsloser Fall? Das kann ich mir nicht vorstellen! Und die Hoffnung aufgeben können wir wann anders immernoch. jetzt versuchen wir es erstmal weiter :)
Wie ist es denn mit Tieren? Du musst wissen, wir haben hier einen Forumshund. Die Belle. Die macht immer Dienst mit mir zusammen, weil wir ein Arbeitsteam sind. Und die steht schon mit wedelnder Rute neben mir und wartet nur darauf, zu dir zu können. Darf sie mal vorbei kommen?
Viele Grüße
bke-Betty
Hallo Betty,
Ich war schon öfters in Gruppenchats aber das Schreiben bekomme ich auch nicht wirklich hin. Ich fühle mich einfach wie ein hoffnungsloser Fall
Hey Luilu,
wie schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast! Im Namen des Moderator*innen-Teams heiße ich dich hier herzlich Willkommen!
Das, was du beschreibst, kennen glaube ich so einige hier, du bist goldrichtig bei uns!
Hast du dich hier mal ein bisschen umgeschaut? Wenn soziale Kontakte im realen Leben NOCH schwer fallen (muss ja nicht für immer so bleiben), kannst du vielleicht hier virtuell üben?
Vielleicht magst du dich im gemütlichen Raum zeigen?
Ganz liebe Grüße
bke-Betty